Dichtungen und Dämpfer aus dem 3D-Druck

Gedruckte TPU-Dichtungen, Gehäuseabdichtungen und Dämpferelemente für Staub-, Spritzwasser- und Vibrationsschutz. Schnell verfügbar für Einzelstücke und Kleinserien, wo eine Spritzguss-Dichtung nicht wirtschaftlich wäre.

Muster in TPU meist innerhalb von ca. 2 Werktagen

Wo gedruckte Dichtungen funktionieren

TPU-Dichtungen aus dem Drucker eignen sich für statische bis leicht dynamische Anwendungen ohne hohen Druck. Für alles darüber hinaus nennen wir die Grenze offen, statt eine ungeeignete Lösung zu liefern.

Gehäuseabdichtung gegen Staub und Spritzwasser

Umlaufende TPU-Dichtungen an Deckeln und Klappen, angepasst an die tatsächliche Nutgeometrie des Gehäuses.

Statische Flanschdichtungen

Flache Dichtungen zwischen zwei ruhenden Flächen, etwa an Prüfaufbauten oder Kleinserien-Gehäusen.

Dämpfungselemente und Puffer

Anschlagpuffer und Vibrationsdämpfer, die Stöße abfangen, ohne dass eine Abdichtung gegen Medien nötig ist.

Kabeldurchführungen und Tüllen

Formangepasste Tüllen, die eine Kabeldurchführung gegen Staub abdichten, für Sonderdurchmesser ohne Katalogteil.

Passende Werkstoffe

Für Dichtungen und Dämpfer im Druck kommt praktisch nur TPU in Frage, ein flexibles Filament mit guter Rückstellfähigkeit bei moderater Kompression und ausreichender Beständigkeit gegen Staub, Wasser und viele Öle.

Zum Werkstoffleitfaden

Angaben für eine funktionierende Dichtung

  • 01Nutgeometrie oder Dichtfläche als STEP-Daten, damit die Dichtung passgenau eingelegt werden kann.
  • 02Erwartetes Medium: Luft, Staub, Wasser, Öl, damit wir die Eignung von TPU realistisch einschätzen.
  • 03Anpresskraft oder Schraubmoment am Deckel, um Kompression und Wandstärke abzustimmen.
  • 04Ob die Dichtstelle dauerhaft geschlossen bleibt oder regelmäßig geöffnet wird, wegen Druckverformungsrest.
  • 05Umgebungstemperatur am Einbauort, da TPU bei Hitze schneller nachgibt.
Vollständige DFM-Checkliste

Was gedruckte Dichtungen leisten und wo die Grenze liegt

Eine gedruckte TPU-Dichtung entsteht schichtweise, und das bedeutet, dass sie anders altert als eine gespritzte Elastomerdichtung. Die Oberfläche einer gut eingestellten TPU-Dichtung ist glatt genug, um gegen Staub und Spritzwasser zuverlässig abzuschließen, solange die Anpressfläche eben ist und die Kompression im moderaten Bereich bleibt. Für rein statische Anwendungen wie eine Deckeldichtung an einem Elektronikgehäuse ist das in der Praxis ausreichend.

Sobald Druck ins Spiel kommt, ändert sich das Bild deutlich. Hydraulische oder pneumatische Systeme mit mehreren Bar Betriebsdruck verlangen eine Dichtung mit definierter, geprüfter Materialstruktur ohne Schichtgrenzen, die als potenzielle Leckagepfade wirken könnten. Auch bei dauerhaft dynamischer Belastung, etwa an einer sich bewegenden Welle, ist eine gedruckte Lösung nicht die richtige Wahl. Wir sagen das an dieser Stelle klar, weil eine ungeeignete Dichtung im Betrieb mehr kostet als die eingesparte Beschaffungszeit wert ist.

Druckverformungsrest ist der Effekt, der gedruckte Dichtungen am Ende ausbremst, wenn sie dauerhaft komprimiert bleiben. Nach Wochen unter konstanter Anpresskraft federt TPU nicht mehr vollständig zurück, die Dichtfuge wird undicht, obwohl die Geometrie unverändert aussieht. Wir begegnen dem, indem wir die Kompression bewusst niedriger auslegen, als es die Werkstoffdaten theoretisch zulassen würden, und bei Deckeln, die selten geöffnet werden, größere Dichtquerschnitte vorsehen.

Fertigungsdaten auf einen Blick

Standort
Schleswig, Deutschland
Bauteilgröße
bis ca. 250 x 250 x 250 mm, größere Teile geteilt und gefügt
Stückzahlen
1 bis mehrere Tausend, keine Mindestbestellmenge
Toleranzen
ca. ±0,2 mm bei PLA, PETG und Carbonvarianten, ±0,3 mm bei ABS, ASA und PC
Schichthöhe
0,10 bis 0,30 mm
Werkstoffe
20 technische Filamente von PLA bis PA12-CF und PC FR
Dateiformate
STEP, STL, 3MF, OBJ, IGES bis 200 MB
Lieferzeit
Prototypen in ca. 2 Werktagen, Serien je nach Umfang
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Häufige Fragen zu Dichtungen

Kann eine gedruckte Dichtung Druck abdichten?

Für statische Abdichtung gegen Staub, Spritzwasser oder leichten Unterdruck funktioniert TPU gut. Für Hydraulik, Pneumatik mit mehreren Bar Druck oder dauerhaft dynamische Dichtstellen empfehlen wir keine gedruckte Lösung, sondern eine handelsübliche O-Ring- oder Elastomerdichtung.

Welche Shore-Härte sollte ich für eine Dichtung wählen?

Weichere TPU-Varianten schmiegen sich besser an unebene Flächen an und brauchen weniger Anpressdruck, verlieren dafür schneller an Rückstellvermögen bei Dauerkompression. Härtere Varianten halten Form und Konturen besser, brauchen aber eine sauberere Dichtfläche. Wir beraten anhand von Einbausituation und Anpresskraft, ohne konkrete Shore-Werte vorab festzulegen.

Wie verhindere ich, dass die Dichtung nach einiger Zeit undicht wird?

Der Hauptgrund ist Druckverformungsrest: Die Dichtung bleibt nach dauerhafter Kompression teilweise zusammengedrückt und schließt die Fuge nicht mehr vollständig. Wir dimensionieren die Kompression deshalb bewusst moderat und vermeiden Konstruktionen, die die Dichtung dauerhaft nahe am Maximum zusammendrücken.

Ist eine gedruckte TPU-Dichtung lebensmittelecht?

Wir bieten keine zertifizierten lebensmittelechten Werkstoffe an. Für Dichtungen mit Lebensmittelkontakt oder aggressiven Chemikalien ist ein gedrucktes Teil nicht die richtige Wahl, hier sollte auf ein zertifiziertes Elastomerbauteil zurückgegriffen werden.