Gehäuse und Abdeckungen aus dem 3D-Druck

Von der Schutzabdeckung bis zum Steuerungsgehäuse: gedruckte Gehäuse ohne Werkzeugkosten, mit Gewindeeinsätzen, Kabeldurchführungen und Dichtnut. Ab einem Stück, in ASA für den Außeneinsatz oder flammgeschützt in ABS FR und PC FR.

Einzelne Gehäuse in ca. 2 Werktagen, Serien in einer Lieferzeit je nach Umfang

Typische Gehäuseaufgaben

Gehäuse sind der klassische Fall, in dem sich ein Spritzgusswerkzeug erst ab hohen Stückzahlen rechnet. Bis dahin ist der Druck der einzige Weg, ohne den Entwurf einzufrieren.

Steuerungs- und Elektronikgehäuse

Gehäuse mit Platinenaufnahmen, Steckerausschnitten und Deckel. Ausschnitte legen wir mit etwas Spiel aus, damit Steckverbinder ohne Nacharbeit passen.

Schutzabdeckungen an Maschinen

Abdeckungen für Antriebe, Sensoren und Bedienelemente. Große Flächen teilen wir und fügen sie, damit sie sich nicht verziehen.

Außengehäuse und Wetterschutz

ASA-Gehäuse mit Tropfkante, Kabeldurchführung und TPU-Dichtung für Anwendungen, die dauerhaft draußen sitzen.

Gerätegehäuse für Vorserien

Zehn bis einige Hundert Gehäuse für Feldtests und erste Verkäufe, bevor ein Werkzeug bestellt wird. Änderungen kosten nur die nächste Charge.

Passende Werkstoffe

Beim Gehäuse entscheiden Temperatur im Inneren, Sonneneinstrahlung, Schlagbelastung und Brandschutzanforderung. Danach fällt die Werkstoffwahl meist eindeutig aus.

Zum Werkstoffleitfaden

Angaben, die ein Gehäuse brauchbar machen

  • 01STEP-Datei des Gehäuses und, wenn möglich, des Einbauinhalts. Daraus prüfen wir Freiräume und Steckerpositionen.
  • 02Wo Schrauben gelöst und wieder angezogen werden. Dort planen wir Messing-Gewindeeinsätze statt Direktverschraubung.
  • 03Dichtanforderung: Staub, Spritzwasser oder nur Berührschutz. Danach entstehen Nutprofil und Dichtungsquerschnitt.
  • 04Innentemperatur und Verlustleistung der Elektronik, damit der Werkstoff nicht in der Nähe seiner Formbeständigkeit betrieben wird.
  • 05Sichtbare Flächen kennzeichnen. Diese richten wir im Bauraum so aus, dass Schichtlinien nicht störend verlaufen.
Vollständige DFM-Checkliste

Was ein gedrucktes Gehäuse gut macht

Ein Gehäuse besteht technisch aus wenigen Aufgaben: Bauteile halten, Kräfte aufnehmen, Kabel führen, Umwelt draußen halten und sich öffnen lassen. Im Druck lösen sich vier davon leicht, die fünfte, das wiederholte Öffnen, ist die häufigste Fehlerquelle. Blechschrauben direkt im Kunststoff reißen nach einigen Zyklen aus. Deshalb planen wir Messingeinsätze überall dort ein, wo ein Deckel im Betrieb abgenommen wird.

Der zweite Punkt ist die Bauteilausrichtung. FDM-Teile sind zwischen den Schichten schwächer als innerhalb einer Schicht. Bei einem Gehäuse heißt das: Schraubdome und Rastnasen sollten nicht so liegen, dass die Belastung genau die Schichtebene aufzieht. Wir drehen das Bauteil im Bauraum entsprechend, auch wenn dadurch mehr Stützmaterial anfällt.

Bei größeren Gehäusen stößt der Bauraum an seine Grenze. Über etwa 250 mm Kantenlänge teilen wir das Bauteil bewusst an einer Stelle, an der eine Klebe- oder Verschraubungsfuge ohnehin akzeptabel ist, und sehen Zentrierungen vor. Ein geteiltes, sauber gefügtes Gehäuse ist in der Praxis stabiler als ein an der Bauraumgrenze schräg gedrucktes Einzelteil.

Fertigungsdaten auf einen Blick

Standort
Schleswig, Deutschland
Bauteilgröße
bis ca. 250 x 250 x 250 mm, größere Teile geteilt und gefügt
Stückzahlen
1 bis mehrere Tausend, keine Mindestbestellmenge
Toleranzen
ca. ±0,2 mm bei PLA, PETG und Carbonvarianten, ±0,3 mm bei ABS, ASA und PC
Schichthöhe
0,10 bis 0,30 mm
Werkstoffe
20 technische Filamente von PLA bis PA12-CF und PC FR
Dateiformate
STEP, STL, 3MF, OBJ, IGES bis 200 MB
Lieferzeit
Prototypen in ca. 2 Werktagen, Serien je nach Umfang
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Häufige Fragen zu gedruckten Gehäusen

Wie dick müssen die Wände eines gedruckten Gehäuses sein?

Ab 0,8 mm ist ein Gehäuse druckbar, brauchbar wird es meist ab 2 mm. Für Deckel mit Schraubverbindung und größere Flächen planen wir 2,5 bis 3 mm ein, weil sonst Verzug und Durchbiegen sichtbar werden. Rippen bringen mehr Steifigkeit als eine gleichmäßig dickere Wand.

Sind gedruckte Gehäuse dicht?

Gegen Staub und Spritzwasser lassen sich Gehäuse mit einer Nut und einer TPU-Dichtung gut abdichten. Eine IP-Schutzart können wir nicht zusichern, weil dafür geprüfte Bauteile und eine Prüfstelle nötig sind. Für höhere Anforderungen empfehlen wir eine gekaufte Dichtung im gedruckten Nutprofil.

Welcher Werkstoff für ein Gehäuse im Außeneinsatz?

ASA und ASA-CF, weil beide UV-stabil sind und bei Temperaturwechsel maßhaltig bleiben. PETG hält Feuchte aus, vergilbt aber unter dauerhafter Sonne. PLA ist für Außeneinsatz nicht geeignet.

Gibt es flammgeschützte Gehäusewerkstoffe?

Ja, ABS FR und PC FR mit UL94 V-0 Einstufung des Filaments. Wichtig: die Einstufung gilt für den Werkstoff in der geprüften Probengeometrie, nicht automatisch für Ihr Bauteil. Für eine Zulassung Ihres Produkts braucht es eine Prüfung am fertigen Bauteil.

Wie werden Schrauben und Gewinde im Gehäuse gelöst?

Für wiederholtes Öffnen setzen wir Messing-Gewindeeinsätze ein, die eingepresst oder eingeschmolzen werden. Direkt in den Kunststoff geschraubte Blechschrauben halten wenige Zyklen und sind nur für Einmalmontage sinnvoll.