FDM-Lieferanten für die Serie qualifizieren: Checkliste für Einkäufer
Einen FDM-Lieferanten für die Serie qualifizieren: Parameterfixierung, Erstmusterprüfung, Chargenrückverfolgung, Stichprobenprüfung und die Fragen, die einen Dienstleister von einem Lieferanten unterscheiden.

Einkaufsteams, die Lieferanten für 3D-Druck Kleinserien bewerten, vergleichen meist Stückpreis und Lieferzeit. Das sind die beiden Zahlen mit der geringsten Aussagekraft. Ob ein gedrucktes Bauteil über zwei Jahre in Ihrem Produkt funktioniert, entscheidet die Prozessbeherrschung, und die zeigt sich an den Antworten auf eine Handvoll konkreter Fragen.
Fragen Sie, was nach der Freigabe genau gesperrt wird
Ein Lieferant, der nur die STEP-Datei speichert, kann Ihr Bauteil nicht reproduzieren. Zum relevanten Parametersatz gehören Düsendurchmesser, Schichthöhe, Wandanzahl, Füllmuster und Füllgrad, Druck- und Bauraumtemperatur, Orientierung auf der Platte, Position auf der Platte und das Trocknungsregime des Filaments. Ändert sich davon etwas zwischen zwei Chargen, ändert sich das mechanische Verhalten mit. Verlangen Sie diesen Satz schriftlich zusammen mit dem Erstmusterbericht.
Kritische Maße vereinbaren, keine Toleranzklasse
Eine pauschale Toleranz über ein ganzes Druckteil ist entweder unnötig teuer oder wird stillschweigend ignoriert. Praktikabel ist, zwei oder drei Maße in der Zeichnung zu kennzeichnen, die eine Passung halten müssen, festzulegen, wie und womit sie geprüft werden, und alles Übrige auf Allgemeintoleranz zu belassen. So bleibt die Prüfung schnell genug, um bei jeder Charge zu laufen, statt übersprungen zu werden.
- Welche Maße mit welchem Prüfmittel und in welcher Stichprobenrate je Baujob geprüft werden
- Ob Filamentchargen je Los dokumentiert werden, damit eine Abweichung rückverfolgbar bleibt
- Wie das Erstmuster dokumentiert und von wem es freigegeben wird
- Was mit dem Parametersatz passiert, wenn eine Maschine getauscht oder gewartet wird
- Wie lange Geometrie und Parameter für Wiederholaufträge hinterlegt bleiben
- Ob bei tragenden Teilen die Schichthaftung visuell geprüft wird, denn ein delaminiertes Teil kann maßlich einwandfrei sein
Für Unternehmen, die Fertigung auslagern statt eigene Drucker zu betreiben, beschreibt die Seite 3D-Druck Lohnfertigung, wie Datenprüfung, Erstmuster und Wiederholaufträge ablaufen.
Woran Serienteile im Feld tatsächlich scheitern
Nach unserer Erfahrung dominieren drei Ursachen: Feuchtigkeit im Filament, eine unbemerkte Änderung der Orientierung zwischen zwei Chargen und ein Werkstoff, der nach Datenblatt statt nach Anwendung gewählt wurde. Feuchtigkeit zeigt sich als unregelmäßige Extrusion und schwächere Schichthaftung, maßlich einwandfreie Teile brechen dann früh. Eine geänderte Orientierung verschiebt die schwache Achse. Die Auswahl nach Datenblatt scheitert, wenn zur realen Umgebung UV-Strahlung, ein Reinigungsmittel oder eine Temperaturspitze gehören, die niemand erwähnt hat.
Was wir bei einem Serienauftrag zusagen
Jedes Serienbauteil erhält einen eigenen dokumentierten Parametersatz, ein Erstmuster, das Sie vor dem Serienstart freigeben, eine chargenbezogene Filamentverfolgung und eine Maßprüfung der von Ihnen gekennzeichneten Merkmale. Muss sich etwas in unserem Prozess ändern, etwa durch einen Maschinenwechsel, erfahren Sie das vor dem Versand und nicht nach einem Feldausfall.