Funktionsteile, die Last tragen und sich bewegen aus dem 3D-Druck
Zahnräder, Hebel, Führungen, Schnappverbindungen und Scharniere, gedruckt aus verschleißfesten technischen Filamenten. Für Bauteile, die im Betrieb bewegt oder belastet werden, nicht nur zur Ansicht dienen.
Funktionsmuster meist in ca. 2 Werktagen verfügbar
Typische bewegte und belastete Bauteile
Funktionsteile unterscheiden sich von reinen Sichtbauteilen dadurch, dass Geometrie und Werkstoff die Lebensdauer bestimmen. Wir konstruieren mit, wenn Zeichnung und Funktion noch nicht vollständig abgestimmt sind.
Zahnräder und Riemenscheiben
Für niedrige bis mittlere Drehzahlen, in PA12-CF oder PA6-GF für Steifigkeit und Verschleißfestigkeit.
Hebel und Bedienelemente
Handhebel und Betätigungselemente, die wiederholt bewegt werden, mit ausreichender Wandstärke an der Krafteinleitung.
Führungen und Gleitelemente
Lineare Führungen und Gleitstücke, bei Bedarf mit reibungsarmen Werkstoffen für geringen Verschleiß.
Schnappverbindungen und Scharniere
Rastverbindungen und Filmscharniere aus zäheren Werkstoffen, ausgelegt auf wiederholtes Öffnen und Schließen.
Passende Werkstoffe
Für belastete und bewegte Teile zählen Zähigkeit, Verschleißfestigkeit und Steifigkeit gemeinsam. Faserverstärkte Polyamide sind hier meist die erste Wahl, ergänzt durch PC oder ABS-CF für steifere Strukturbauteile.
- PA12-CFCarbongefülltes Nylon 12 - der Metallersatz für anspruchsvolle Bauteile.
- PA6-GFGlasgefülltes PA6 - zäh, steif und schlagfest.
- PA6-CFCarbongefülltes PA6 für hohe Lasten und Abriebfestigkeit.
- PA12Zähes, gleitfähiges Nylon für funktionale Mechanikteile.
- PCPolycarbonat - schlagzäh, hitzefest, optional transparent.
- ABS-CFCarbongefülltes ABS - steif, leicht und formstabil.
Angaben für ein belastbares Funktionsteil
- 01Art und Größe der Belastung: Dauerlast, Stoßlast oder zyklische Bewegung.
- 02Erwartete Zyklenzahl oder Betriebsdauer, um Werkstoff und Verschleißreserve abzustimmen.
- 03Passungen und Toleranzen an Wellen, Lagerstellen oder Zahnflanken.
- 04Betriebstemperatur, da Kunststoffe bei Erwärmung an Steifigkeit verlieren.
- 05Ob das Teil geschmiert läuft oder trocken, für die Auswahl reibungsarmer Werkstoffvarianten.
Konstruktion von Funktionsteilen für den FDM-Druck
Der wichtigste Unterschied zwischen einem Funktionsteil und einem reinen Gehäuseteil liegt in der Anisotropie des FDM-Prozesses. Ein gedrucktes Bauteil ist zwischen den Schichten grundsätzlich schwächer als innerhalb einer Schicht, weil die Haftung zweier aufeinanderfolgender Schichten nie ganz an die Festigkeit des durchgehenden Materials heranreicht. Bei einem Zahnrad, einem Hebel oder einer Führung entscheidet deshalb die Ausrichtung im Bauraum darüber, ob das Teil die vorgesehene Last übersteht oder entlang der Schichten reißt.
Verschleiß ist der zweite Faktor, der Funktionsteile von statischen Bauteilen unterscheidet. Zahnflanken, Gleitflächen und Lagerstellen reiben im Betrieb gegen ein Gegenstück, und die Schichtstruktur einer gedruckten Oberfläche verhält sich dabei anders als eine gefräste oder geschliffene Fläche. Faserverstärkte Werkstoffe wie PA12-CF oder PA6-GF verringern den Abrieb deutlich, ersetzen aber keine Werkstoffpaarung, die auf sehr hohe Zyklenzahlen ausgelegt ist. Bei sicherheitsrelevanten oder sehr hoch belasteten Dauerantrieben empfehlen wir, einen Verschleißtest im eigenen Anwendungsfall durchzuführen, bevor größere Stückzahlen bestellt werden.
In der Konstruktion selbst helfen einfache Regeln viel weiter als komplizierte Berechnungen. Radien statt scharfer Kanten an belasteten Übergängen verteilen Spannungsspitzen, Wandstärken ab 0,8 mm vermeiden Ausfälle an dünnen Stellen, und Schnappverbindungen sollten großzügig dimensionierte Biegeradien haben, damit die Rastnase nicht bei den ersten Zyklen ermüdet. Wo möglich, drucken wir vor der Serie ein Funktionsmuster, das unter realen Bedingungen getestet wird, weil sich Reibung, Spiel und Geräuschverhalten am fertigen Bauteil zuverlässiger beurteilen lassen als an der reinen CAD-Geometrie.
Fertigungsdaten auf einen Blick
- Standort
- Schleswig, Deutschland
- Bauteilgröße
- bis ca. 250 x 250 x 250 mm, größere Teile geteilt und gefügt
- Stückzahlen
- 1 bis mehrere Tausend, keine Mindestbestellmenge
- Toleranzen
- ca. ±0,2 mm bei PLA, PETG und Carbonvarianten, ±0,3 mm bei ABS, ASA und PC
- Schichthöhe
- 0,10 bis 0,30 mm
- Werkstoffe
- 20 technische Filamente von PLA bis PA12-CF und PC FR
- Dateiformate
- STEP, STL, 3MF, OBJ, IGES bis 200 MB
- Lieferzeit
- Prototypen in ca. 2 Werktagen, Serien je nach Umfang
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Häufige Fragen zu Funktionsteilen
Können 3D-gedruckte Zahnräder dauerhaft Last übertragen?
Für niedrige bis mittlere Drehzahlen und moderate Drehmomente funktionieren gedruckte Zahnräder aus PA12-CF oder PA6-GF zuverlässig. Für hochbelastete Dauerantriebe mit vielen Millionen Zyklen empfehlen wir zusätzliche Verschleißtests im eigenen Anwendungsfall, weil FDM-Zahnflanken eine andere Oberflächenstruktur haben als gefräste oder gespritzte Zahnräder.
Wie wirkt sich die Druckrichtung auf bewegte Funktionsteile aus?
FDM-Teile sind anisotrop, das heißt sie sind zwischen den Schichten schwächer als innerhalb einer Schicht. Bei Hebeln, Zahnrädern und Führungen richten wir die Bauteile deshalb so aus, dass die Hauptbelastung in Schichtebene wirkt und Zahnflanken oder Gleitflächen möglichst ohne Schichtabsätze auskommen.
Halten gedruckte Schnappverbindungen mehrfaches Öffnen aus?
Ja, wenn die Rastnase großzügig dimensioniert ist und der Biegeradius nicht zu knapp gewählt wird. Wir prüfen die Geometrie vorab und schlagen bei Bauteilen, die sehr häufig geöffnet werden, zähere Werkstoffe wie PA12 statt spröderer Varianten vor.
Wie prüfen Sie Maßhaltigkeit an beweglichen Teilen?
Passflächen an Führungen, Wellen und Lagerstellen werden nach dem Druck stichprobenartig gemessen, bei kritischen Passungen mit Lehren oder Messschieber. Bei Bedarf drucken wir Funktionsmuster zum Anpassen, bevor die finale Serie läuft.
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